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Weniger Abhängigkeit vom teuren Öl

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Autor (-en):
Michael Seiler, DEMO Project, CarboEurope-IP
TLWJF Gotha
Kontakt:
Einstellung am:
16.12.2005
Dokumenttyp:
Projektbeitrag
Zusammenfassung:
Der Anteil der erneuerbaren Energien steigt unaufhaltsam. 2004 steuerten die regenerativen Energieträger 3,6% zur Primärenergie und 9,3% zum Strom bei. 1998 lag ihr Anteil noch bei 2,1% bzw. 4,7%.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Reserven an Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran begrenzt sind und ihre Nutzung mit Gefahren für den Menschen und die Umwelt verbunden ist, muss diese Entwicklung weiter vorangetrieben werden. Denn erneuerbare Energien sind nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ökonomisch sinnvoll und sie schaffen besonders in ländlich geprägten, strukturschwachen Regionen langfristig Arbeitsplätze.

Thüringen: Führend bei Nutzung erneuerbarer Energien

Laut einer Meldung des IWR (Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien) ist Thüringen führend bei der Nutzung erneuerbarer Energien. So nimmt diese Bundesland im Vergleich der deutschen Länder nach Angaben von Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz eine Spitzenposition ein. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch liegt mit 7,2 % in Thüringen deutlich über dem bundesdeutschen Wert von 3,6 % und über dem aller anderen Bundesländer.
Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat den Bau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im vergangenen Jahr mit 3,8 Mio. Euro gefördert. Der Schwerpunkt der Förderung lag dabei mit ca. 2,2 Mio. Euro bei Biomasseanlagen. Insgesamt wurden im letzten Jahr 1.408 Biomasseanlagen – v.a. Holzheiz- und Pelletanlagen – mit einer thermischen Leistung von etwa 36,6 MW errichtet. Ein weiterer Schwerpunkt mit 1,2 Mio. Euro war die Förderung von Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen.

Seit 1991 wurden die erneuerbaren Energien in Thüringen mit insgesamt 57,6 Mio. Euro gefördert. Das Geld floss in die Errichtung von 137 Wasserkraft-, 1.134 Photovoltaik-, 8.239 Solarthermie-, 110 Windkraft- und 8.099 Biomassenutzungsanlagen sowie von 22 Blockheizkraftwerke. Insgesamt wurden somit Investitionen in Höhe von mehr als 345 Mio. Euro ausgelöst.
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Deutschland: Konsequente Erhöhung des Anteils erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch ist in Deutschland im Jahr 2004 um ca. ein Fünftel auf 9,3 Prozent gegenüber 7,9 Prozent im Vorjahr angewachsen.
Bezogen auf den gesamten Energieverbrauch ist der Anteil der erneuerbaren Energien von 3,1 auf 3,6 Prozent (Thüringen: 7,2 %) gestiegen. Diese Erfolge zeigen: Deutschland verringert Schritt für Schritt seine Abhängigkeit vom teuren Erdöl und trägt zur Verringerung des Treibhauseffektes bei.
Das Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung weiter zu erhöhen. Bis 2010 beim Strom auf 12,5 Prozent, und beim Primärenergieverbrauch auf 4,2 Prozent (siehe Abbildung 1).
Bis 2020 soll der Anteil an der Strombereitstellung 20 Prozent betragen und bis 2050 soll mindestens die Hälfte des deutschen Primärenergieverbrauchs aus regenerativen Quellen stammen.

Grafik zum Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch

Abb. 1: Entwicklung des Anteils der erneuerbaren Energien am Primärenergie- und Stromverbrauch

(Grafik: verändert nach BMU)

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Der Primärenergieverbrauch (PEV) ist der Verbrauch der direkt in der Natur vorkommenden Primärenergieträger, wie Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erdgas, Uran sowie erneuerbare Energiequellen. Diese Primärenergie wird zumeist in Kraftwerken, Raffinerien etc. in verbrauchsgerechte Formen, die Endenergie (= Strom), umgewandelt.

Der Endenergie- oder Stromverbrauch lässt sich somit zahlenmäßig aus dem Primärenergieverbrauch nach Abzug von Verbrauch und Verlusten im Energiesektor und des nichtenergetischen Verbrauchs ermitteln. In der Bundesrepublik Deutschland macht der Endenergieverbrauch in der Regel etwa zwei Drittel des Primärenergieverbrauchs aus.

Die 3,6 Prozent am Primärenergieverbrauch teilen sich wie folgt auf (Abbildung 2):

Grafik zur Verteilung der erneuerbaren Energien

Abb. 2: Verteilung der erneuerbaren Energien

(Grafik: verändert nach BMU)

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Die Biomasse, die größtenteils zur Wärmeerzeugung eingesetzt wird, erzeugt insgesamt eine Leistung von 80.400 gWh und hat somit einen Anteil von 61 Prozent (Thüringen: 90,5 %).
Ein Nebeneffekt der Förderung von Solarenergie (Fotovoltaik und Solarthermie), Biomasse, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biogas und anderen erneuerbaren Energien ist, dass mittlerweile in ganz Deutschland 130.000 Arbeitsplätze, davon 80.000 Arbeitsplätze durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz entstanden. Dies sind mehr Arbeitsplätze, als die Atom- und Kohlebranche zusammen aufbringen, obwohl deren Anteil am Strommarkt etwa zehnmal so groß ist.
Aktuelle Studien zeigen, dass im Vergleich zu Ölheizungen durch die Verwendung von Holz die sechsfache Wertschöpfung und der achtfache Arbeitsbedarf in der Region verbleiben. Nicht zu unterschätzen ist der Effekt, dass mit heimischer Bioenergie die Identifikation und der Bürger mit der Region gefördert wird.
Auf Grund all dieser Vorteile muss im Mittelpunkt einer neuen Energiestrategie neben einer Erhöhung der Energieeffizienz zwingend eine Fortsetzung der Förderung der erneuerbaren Energie stehen.
Solarenergie, Biomasse, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biogas sind unerschöpflich und können praktisch in jedem Land der Welt gewonnen werden. Sie sind somit das geeignetste Instrument, um der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu entkommen und Konflikte zu verhindern. Zudem vermeiden sie klimaschädliche Emissionen und gefahrvolle Transporte.
So konnten durch die Nutzung erneuerbarer Energien 2004 70,7 Mio. t CO2 vermieden werden (siehe Abbildung 3).
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Grafik zur Verminderung von CO2-Emissionen durch erneuerbare Energien

Abb. 3: Verminderung von CO2-Emissionen durch den Einsatz von erneuerbaren Energien

(Grafik: verändert nach BMU)

Auch die große Koalition aus SPD und CDU⁄CSU setzt auf einen ausgewogenen Energiemix. Die erneuerbaren Energien sollen unter Beibehaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes "in seiner Grundstruktur" auch künftig gefördert werden. Sätze und Förderzeiträume stehen allerdings auf dem Prüfstand. Das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis 2020 auf wenigstens 20 Prozent zu steigen, bleibt weiterhin bestehen.

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