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Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und Risikovorsorge durch Forst- und Holzwirtschaft

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Autor (-en):
Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V., Bonn
Kontakt:
Zusendung am:
05.03.2008
Einstellung am:
08.03.2008
Dokumenttyp:
Zusammenfassender Bericht zu den Feststellungen und Empfehlungen aus dem 3. Forums der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V. am 23. Oktober 2007 in Hannover
Zusammenfassung:
Anlässlich des 3. AGR-Forums am 23. Oktober 2007 in Hannover zum Thema Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und Risikovorsorge durch Forst- und Holzwirtschaft wurden unter Beteiligung von Wissenschaftlern, Forstwirten, der Verbände, Ministerien des Bundes und der Länder sowie Vertretern der Holzwirtschaft in drei Workshops Feststellungen und Empfehlungen zum Thema erarbeitet.

Bannerbild Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V.

Anlässlich des 3. AGR-Forums am 23. Oktober 2007 in Hannover zum Thema Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und Risikovorsorge durch Forst- und Holzwirtschaft wurden unter Beteiligung von Wissenschaftlern, Forstwirten, der Verbände, Ministerien des Bundes und der Länder sowie Vertretern der Holzwirtschaft in drei Workshops Feststellungen und Empfehlungen zum Thema erarbeitet.

Allgemein wurde festgestellt, dass der Wald und seine Leistungen innerhalb der Klimadiskussion nicht ausreichend gewürdigt wird. Hierfür ist die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie notwendig. Ohne in eine "Klimahysterie" zu verfallen, kann davon ausgegangen werden, dass die Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten um ca. zwei Grad zunehmen wird.

Die Workshops befassten sich mit den Konsequenzen dieser Entwicklung für das Ökosystem Wald.

In seinem Eingangsreferat stellte Wolfgang Mantow Fragen nach den Aufgaben des Waldes für den Umweltschutz, für den Naturschutz und den Schutz des Klimas sowie seine Funktion als natürliche Ressource zur künftigen Nutzung.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass für alle Facetten des Themas erheblicher weiterer Forschungsbedarf besteht. Auch sollte der Dialog mit den NGO´s geführt und intensiviert werden. Notwendigerweise sollten alle sinnvollen Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen unterstützt werden.
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AGR-Feststellungen
  1. Klimawandel und Waldbau
    • Hohe Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg der Durchschnittstemperatur um 2° bis 2030
    • Erwartete Schäden: Schädlinge, Dürre, Trockenheit, Wasserstress, Windwurf, Produktionsrückgang, Hochwasser
    • Die klimatischen Veränderungen betreffen alle Baumarten. Das für den Fichtenanbau geeignete Areal wird sich auf 35% reduzieren, das der Buche auf 87%. Wärmeliebende Baumarten sind auf dem Vormarsch
  2. Risikominimierung
    • Anfällige Waldbestände durch hohe Vorräte
    • Unterschiedliche Vorratshaltung nach Waldbesitzarten
    • Ausreichende Daten zum Nutzungs- und Kalamitätsgeschehen liegen nicht vor
  3. Kalamitätenmanagement
    • Aufarbeitungskerne befinden sich entlang der Verkehrsachsen - entferntere Gebiete werden später bearbeitet
    • Logistikdefizite für die Aufarbeitung
    • Kalamitätsmanagement durch vorherigen Abschluss von Liefer- und Rahmenverträgen
    • Aufarbeitung von Schadhölzern unterhalb der Kostendeckungsgrenze
    • Teilweise Nichteinhaltung der Qualitätsstandards
    • Wettlauf zwischen den Forstämtern schadet der Marktstabilität
    • Novellierungsbedarf für das Forstschädenausgleichsgesetz

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Empfehlungen der AGR
  1. Klimawandel und Waldbau
    • Kurzfristige Klimaschwankungen durch Baumarten mit breiten genetischen Spektrum ausgleichen. Gastbaumarten wie z.B. die Douglasie fördern
    • Förderung von Baumarten, die bei Erwärmung Vorteile haben (z.B. Küstentanne, Schwarzkiefer, Pflaumeiche)
    • Förderung von Mischwäldern
    • Anpassung von Umtriebszeiten
    • Verstärkte Pflegemaßnahmen
    • Anpassung der Wildbestände
    • Begrenzung des Risikos durch sichere Baumartenwahl
    • Wo nicht vorhanden, Standortskartierung durchführen und um ein dynamisches Klimamodell erweitern
    • Förderung der naturnahen Waldwirtschaft zur Vorbeugung vor weiteren Sturmschadenereignissen
  2. Risikominimierung
    • Erweiterung der Forsteinrichtungsdaten um Risikoarten und Einstufung der Waldbestände in Risikoklassen
    • Risikobewertung nach Baumart, Standort und Struktur
    • Vorwegnahme der Kalamitäten durch Vorratsabsenkung und Vorausverjüngung auf den risikoreichsten Standorten
    • Hiebsreife Dimensionen schneller erreichen durch Verkürzung der Produktionszeiträume
    • Förderung der Stabilität der Einzelbäume
    • Verbesserung des Ressourcenmanagement z.B. durch Beratung von Spezialisten
    • Überprüfung gesetzlicher Regelwerke und Förderrichtlinien unter dem Aspekt der Risikominimierung
  3. Kalamitätenmanagement
    • Schnelle Schadensbewältigung durch besitzübergreifendes Management
    • Schulungen zur Arbeitssicherheit notwendig
    • Kurzfristige Einrichtung ausreichender Nasslagerkapazitäten zur Erhaltung der Holzqualität
    • Beseitigung von Logistik - Engpässen - Schaffung von Transport- und Verladekapazitäten
    • Administrative und organisatorische Erleichterungen durch den Gesetzgeber
    • Entwicklung von Besitzarten übergreifenden Navigationssystemen (NavLog)
    • Schneller und zutreffender Informationsaustausch über den Umfang von Kalamitäten zwischen den Marktpartnern
    • Akzeptanzmanagement (Verbände, Kommunen, Behörden)


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